Technik & Updates Aktualisiert Juni 2026

In 24 Stunden EAA-konform: Der Notfall-Guide für Online-Shops

Das BFSG gilt seit Juni 2025. Abmahnungen laufen seit August 2025. Die Prüfstellen sind seit Januar 2026 aktiv. Sie haben noch nichts getan? Keine Panik. Dieser Guide gibt Ihnen einen realistischen Stunden-genauen Plan, mit dem Sie 90% des Abmahnrisikos in 24 Stunden eliminieren.

Alexander Flach

Alexander Flach

Accessibility & AI Specialist

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In 24 Stunden EAA-konform Der Notfall-Guide für Online-Shops

In 24 Stunden EAA-konform Der Notfall-Guide für Online-Shops

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Warum Sie JETZT handeln müssen

• Abmahnkanzlei CLAIM RA versendet seit 08/2025 systematisch Abmahnungen (~€595/Stück)

• Fehlende Alt-Texte sind der häufigste Abmahngrund – maschinell in Sekunden nachweisbar

• Marktüberwachungsstelle prüft seit 01/2026 aktiv – Bußgelder bis €100.000

• EU-Kommission hat Deutschland im 03/2026 erneut gerügt – Verschärfung erwartet

Die gute Nachricht: Sie müssen nicht alles auf einmal machen

Ein kompletter WCAG-Audit und Umbau dauert Wochen und kostet Tausende Euro. Aber: Die Behörden erwarten keinen perfekten Score am Tag 1. Sie erwarten „good faith progress“ – ernsthafte, nachweisbare Verbesserungen. Und bestimmte Quick Wins eliminieren 80% des Abmahnrisikos.

Dieser Guide konzentriert sich auf die 5 Maßnahmen mit dem höchsten Impact-pro-Stunde-Verhältnis. Alle sind in 24 Stunden umsetzbar.

Für welches Land gilt dieser Guide?

Der 24h-Plan funktioniert für alle DACH-Länder und EU-Shops. Die technischen Maßnahmen (WCAG 2.1 AA) sind überall identisch – nur Gesetze, Bußgelder und Behörden unterscheiden sich:

Land Gesetz Max. Bußgeld Behörde Status
🇩🇪 Deutschland BFSG €100.000 MLBF (Länderbehörden) Pflicht seit 06/2025, Prüfungen seit 01/2026
🇦🇹 Österreich BaFG + BGStG €80.000 Sozialministeriumservice Pflicht seit 06/2025 + BGStG-Schlichtung
🇨🇭 Schweiz BehiG (Revision) Noch offen EBGB Private ab 01/2027 – bei EU-Geschäft jetzt schon!
🇫🇷 Frankreich EAA-Umsetzung €250.000 ARCOM Erste Klagen 11/2025 (Auchan, Carrefour)
🇪🇸 Spanien EAA-Umsetzung €1.000.000 Landesbehörden Pflicht seit 06/2025
🇳🇱 Niederlande EAA-Umsetzung €900.000 / 10% Umsatz ACM Pflicht seit 06/2025
🇺🇸 USA ADA Ø $25.000+ (Klage) Private Klagen 4.500+ Klagen in 2024

⚠️ Für Schweizer Shops: Wenn Sie an Kunden in der EU verkaufen (z.B. nach Deutschland liefern), gelten die EAA-Anforderungen des jeweiligen EU-Landes für Sie – auch mit Sitz in der Schweiz. Ein Schweizer Shop mit deutschen Kunden kann nach dem BFSG abgemahnt werden.

💡 Kleinunternehmer-Ausnahme (DACH): Unternehmen mit unter 10 Mitarbeitern UND unter €2 Mio. Umsatz sind vom BFSG/BaFG bei Dienstleistungen ausgenommen. ABER: In Deutschland drohen trotzdem UWG-Abmahnungen. In Österreich greift zusätzlich das BGStG (keine Größenausnahme!). Die Ausnahme ist kein sicherer Hafen.

Detaillierte Länder-Guides: Deutschland · Österreich · Schweiz · Alle EU-Länder

1. Bestandsaufnahme: Wie schlimm ist es?

Bevor Sie irgendetwas ändern: Machen Sie einen schnellen Scan um zu wissen wo Sie stehen. Das dauert 30-60 Minuten und gibt Ihnen eine klare Prioritätenliste.

3 kostenlose Scan-Tools (parallel nutzen)

1. Google Lighthouse (in Chrome eingebaut)

F12 → Lighthouse → Accessibility → „Analyze Page“. Gibt einen Score von 0-100 und listet alle Probleme nach Schwere. Prüfen Sie Ihre 5 wichtigsten Seiten: Homepage, eine Produktseite, Warenkorb, Checkout, Kontakt.

2. WAVE (wave.webaim.org)

URL eingeben → visueller Report mit Fehlern direkt auf der Seite markiert. Besonders gut für fehlende Alt-Texte und Kontrastprobleme. Zeigt sofort die roten Flags.

3. AutoAlt.ai Accessibility Scanner (kostenlos)

URL eingeben → zeigt fehlende Alt-Texte, SEO-Potenzial und Compliance-Risiken. Speziell auf Alt-Texte fokussiert und zeigt genau wie viele Bilder betroffen sind.

Was Sie typischerweise finden werden

Bei den meisten Online-Shops die noch nichts getan haben:

🔴 60-90% der Bilder haben keinen Alt-Text (häufigster Fehler, häufigster Abmahngrund)

🟡 30-50% der Texte haben ungenügenden Farbkontrast (< 4,5:1)

🟡 Formularfelder ohne Labels (Screenreader weiß nicht, was einzugeben ist)

🟡 Tastatur-Fallen in Modals, Slidern oder Dropdowns (Tab führt nicht weiter)

🟠 Keine Barrierefreiheitserklärung auf der Website

💡 Die Reihenfolge in diesem Guide ist bewusst nach Impact-pro-Stunde sortiert: Alt-Texte zuerst (größter Hebel, schnellste Lösung per KI), dann Kontraste, dann Tastatur, dann Formulare, dann Erklärung. In dieser Reihenfolge eliminieren Sie das meiste Risiko pro investierter Stunde.

2. Quick Win #1: Alt-Texte per KI generieren

🏆 Größter Hebel – eliminiert den häufigsten Abmahngrund

Fehlende Alt-Texte sind der mit Abstand häufigste WCAG-Verstoß und der einfachste Abmahngrund – weil sie maschinell in Sekunden nachweisbar sind. Gleichzeitig ist es die Maßnahme die sich am schnellsten beheben lässt: Mit KI in Minuten statt in Wochen.

Shop-Größe Bilder AutoAlt.ai Dauer Kosten
Klein (< 50 Produkte)~200~10 Min.€0 (50 Gratis-Credits reichen)
Mittel (50-200 Produkte)~800~25 Min.€45 (Profi-Pack)
Groß (200-500 Produkte)~2.000~60 Min.€90 (2× Profi-Pack)
Enterprise (500+ Produkte)~5.000+Über Nacht€105/Monat (Agency-Plan)

✅ Ergebnis nach Phase 1: Alle Bilder haben WCAG-konforme Alt-Texte. Der häufigste Abmahngrund ist eliminiert. Die Verarbeitungshistorie dient als Compliance-Nachweis. Geschätzte Risikoreduktion: 40-50%.

3. Quick Win #2: Farbkontraste fixen

Zweithäufigster WCAG-Fehler – oft in 2 Stunden lösbar

Ungenügende Farbkontraste sind der zweithäufigste Barrierefreiheitsfehler. WCAG 2.1 AA fordert mindestens 4,5:1 Kontrast für normalen Text und 3:1 für großen Text (ab 18pt oder 14pt fett).

Schritt 1: Kontrast-Check durchführen

Nutzen Sie den WebAIM Contrast Checker (webaim.org/resources/contrastchecker) oder die Browser-Extension „WCAG Color Contrast Checker“. Prüfen Sie: Fließtext, Überschriften, Buttons, Links, Formular-Labels, Footer-Text, Placeholder-Text.

Schritt 2: Kritische Stellen fixen

Häufige Probleme: Hellgrauer Text auf weißem Hintergrund, Buttons mit zu wenig Kontrast, Placeholder-Text in Formularen. Lösung: Textfarbe dunkler machen oder Hintergrund anpassen. In den meisten Fällen reicht eine Anpassung in der CSS-Datei oder im Theme-Customizer.

Schritt 3: Fokus-Indikator prüfen

Tab durch Ihre Seite – sehen Sie immer einen sichtbaren Rahmen um das aktive Element? Viele Themes entfernen den Standard-Fokus-Ring per outline: none. Das ist ein WCAG-Verstoß. Lösung::focus { outline: 2px solid #0f172a; outline-offset: 2px; }

✅ Ergebnis nach Phase 2: Texte und Bedienelemente sind für sehbehinderte Nutzer lesbar. Fokus-Indikatoren sind sichtbar. Geschätzte Gesamtrisikoreduktion: 60-70%.

4. Quick Win #3: Tastaturnavigation prüfen & fixen

Kritisch für Screenreader-Nutzer und motorisch Eingeschränkte

Legen Sie die Maus beiseite und navigieren Sie nur mit der Tastatur durch Ihren Shop. Können Sie jeden Link, jeden Button, jeden Menüpunkt erreichen? Können Sie den Checkout komplett durchlaufen?

Der Tastatur-Test (30 Min.)

Tab = nächstes Element | Shift+Tab = vorheriges | Enter = aktivieren | Escape = schließen. Navigieren Sie durch: Navigation → Produktseite → Warenkorb → Checkout. Notieren Sie jede Stelle, an der Sie stecken bleiben.

Häufige Tastatur-Fallen und Lösungen

Hamburger-Menü: Muss per Tab erreichbar und per Enter öffenbar sein.

• Modal/Popup: Fokus muss beim Öffnen ins Modal springen und beim Schließen zurückkehren.

Slider/Karussell: Pfeiltasten für Navigation, Tab für Slides.

Dropdown-Menüs: Pfeiltasten für Unterpunkte, Escape zum Schließen.

Cookie-Banner: Muss als erstes Element per Tab erreichbar sein.

✅ Ergebnis nach Phase 3: Der gesamte Kaufprozess ist per Tastatur durchführbar. Keine Tastatur-Fallen mehr. Geschätzte Gesamtrisikoreduktion: 75-80%.

5. Quick Win #4: Formulare barrierefrei machen

Checkout ist explizit im BFSG genannt

Der Checkout ist im BFSG explizit als Bereich genannt, der barrierefrei sein muss. Die häufigsten Probleme:

Jedes Eingabefeld braucht ein verknüpftes Label

Nicht nur ein Placeholder, sondern ein echtes <label for="email"> das mit dem Input verknüpft ist. Placeholder allein verschwindet beim Tippen – Screenreader-Nutzer wissen dann nicht mehr, welches Feld das ist.

Fehlermeldungen müssen konkret sein

Nicht nur „Bitte füllen Sie alle Pflichtfelder aus“, sondern „Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein“. Fehlermeldungen sollten mit role="alert" und aria-live="polite" für Screenreader angekündigt werden.

Pflichtfelder kennzeichnen

Nicht nur mit einem roten Stern (*) – zusätzlich required und aria-required="true". Nur so wissen Screenreader dass das Feld ausgefüllt werden muss.

✅ Ergebnis nach Phase 4: Der Checkout ist für Screenreader-Nutzer vollständig bedienbar. Fehlermeldungen sind verständlich. Geschätzte Gesamtrisikoreduktion: 85-90%.

6. Quick Win #5: Barrierefreiheitserklärung veröffentlichen

Dokumentationspflicht erfüllen – zeigt „good faith“

Das BFSG verlangt eine Barrierefreiheitserklärung auf der Website. Sie ist Pflicht – und gleichzeitig Ihr Nachweis, dass Sie das Thema ernst nehmen. Selbst wenn Ihre Website noch nicht 100% konform ist: Eine ehrliche Erklärung mit bekannten Einschränkungen und einem Maßnahmenplan zeigt der Behörde „good faith progress“.

Pflichtinhalte der Barrierefreiheitserklärung

✓ Gültigkeitsbereich: Für welche Website/URL gilt die Erklärung?

✓ Stand der Konformität: „Teilweise konform mit WCAG 2.1 Level AA“

✓ Bewertungsgrundlage: Selbstbewertung nach WCAG 2.1 / EN 301 549

✓ Bekannte Einschränkungen: Ehrlich auflisten was noch nicht konform ist (z.B. Videos ohne Untertitel)

✓ Getroffene Maßnahmen: „Alt-Texte für alle Bilder generiert am [Datum]“ – hier zahlt sich die AutoAlt.ai-Dokumentation aus

✓ Geplante Verbesserungen: „Tastaturnavigation wird bis [Datum] optimiert“

✓ Kontakt für Feedback: E-Mail-Adresse oder Formular für Barrierefreiheits-Feedback

✓ Datum der letzten Aktualisierung

Wo platzieren? Im Footer Ihres Shops, neben Impressum und Datenschutzerklärung. Idealerweise als eigene Seite „Barrierefreiheit“ oder „Barrierefreiheitserklärung“ verlinkt.

✅ Ergebnis nach Phase 5: Dokumentationspflicht erfüllt. „Good faith progress“ nachweisbar. Geschätzte Gesamtrisikoreduktion: 90-95%.

7. Nach den 24 Stunden: Wie geht es weiter?

In 24 Stunden haben Sie die kritischsten Lücken geschlossen. Aber Barrierefreiheit ist kein einmaliges Projekt – es ist ein fortlaufender Prozess. Hier Ihre nächsten Schritte für die Wochen danach:

Woche 2-3: Videos mit Untertiteln versehen (WCAG 1.2.2). Komplexe Tabellen mit Spaltenüberschriften auszeichnen. PDF-Dokumente barrierefrei machen.

Woche 4: Professionellen WCAG-Audit beauftragen oder selbst mit axe DevTools einen vollständigen Scan durchführen. Alle gefundenen Probleme priorisieren und in einen Maßnahmenplan überführen.

Monat 2-3: Semantisches HTML überprüfen (Überschriftenhierarchie, Landmark-Regionen). Aria-Labels für dynamische Inhalte implementieren. Skiplinks einbauen.

Fortlaufend: Bei jedem neuen Produkt / jeder neuen Seite Barrierefreiheit direkt mitdenken. AutoAlt.ai auf „Auto-Generate bei Upload“ stellen – jedes neue Bild bekommt automatisch einen Alt-Text.

→ Alt-Text Pflicht 2026: Vollständiger Guide zur Rechtslage

 

8. Was kostet die Notfall-Compliance?

Maßnahme Selbst umsetzen Agentur beauftragen
Alt-Texte (1.000 Bilder)€45 (AutoAlt.ai Profi-Pack)€4.000-8.000 (manuell)
Kontraste fixen€0 (CSS-Änderungen)€500
Tastatur-Fixes€0-200 (je nach Komplexität)€1.000-3.000
Formular-Fixes€0-100 (Labels + ARIA)€500-2.000
Barrierefreiheitserklärung€0 (selbst schreiben)€200-500 (Anwalt)
GESAMT (24h Notfall-Plan)€45-345€6.200-15.000

Zum Vergleich: Eine einzige Abmahnung kostet ~€595 + Anwaltskosten für Ihre Verteidigung (~€500). Ein BFSG-Bußgeld bis zu €100.000. Die Notfall-Compliance für €45-345 ist die günstigste Versicherung die es gibt.

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9. Häufige Fragen (FAQ)

Kann ich wirklich in 24 Stunden EAA-konform werden?

Ehrlich: 100% WCAG-Konformität in 24 Stunden ist bei komplexen Shops unrealistisch. Aber Sie können in 24 Stunden die 5 kritischsten Lücken schließen, die 90-95% des Abmahnrisikos eliminieren: Alt-Texte, Kontraste, Tastatur, Formulare, Erklärung. Das reicht für „good faith progress“ – und das ist es, was Behörden und Gerichte als Minimum erwarten.

Was ist „good faith progress" und warum reicht das?

Die Marktüberwachungsbehörden prüfen nicht nur den aktuellen Zustand, sondern auch den Fortschritt. Ein Unternehmen das nachweislich Maßnahmen ergriffen hat (Alt-Texte generiert, Erklärung veröffentlicht, Maßnahmenplan erstellt), wird anders behandelt als eines das gar nichts getan hat. Die Barrierefreiheitserklärung mit geplanten Verbesserungen ist Ihr Nachweis für „good faith“.

Reicht ein Overlay-Widget wie accessiBe?

Nein. Overlay-Widgets werden von der Accessibility-Community und von Behindertenverbänden aktiv abgelehnt. Die FTC hat accessiBe mit $1 Mio. bestraft. Alt-Texte von Overlays landen nicht im HTML-Quellcode und haben keinen SEO-Wert. Für echte Compliance brauchen Sie echte technische Barrierefreiheit – echte HTML-Alt-Attribute, echte Label-Elemente, echten Kontrast.

Was wenn ich schon abgemahnt wurde?

Sofort einen spezialisierten Anwalt für IT-Recht/Wettbewerbsrecht konsultieren – unterschreiben Sie keine Unterlassungserklärung ohne anwaltliche Prüfung. Parallel: Diesen 24h-Plan umsetzen, um die gerügten Mängel schnellstmöglich zu beseitigen. Die dokumentierte Beseitigung (z.B. per AutoAlt.ai Verarbeitungshistorie) stärkt Ihre Position in der Verhandlung.

Warum sind Alt-Texte der wichtigste erste Schritt?

Drei Gründe: (1) Häufigster Abmahngrund – fehlende Alt-Texte sind automatisiert in Sekunden nachweisbar, (2) schnellste Lösung – per KI in Minuten statt Wochen behebbar, (3) zusätzlicher SEO-Bonus – 22% mehr Traffic durch die Bildersuche. Kein anderer WCAG-Verstoß hat dieses Verhältnis von Risiko und Lösungsgeschwindigkeit.

Wie viel kostet es, meinen Shop vollständig barrierefrei zu machen?

Der 24h-Notfall-Plan kostet €45-345 für die kritischsten Fixes. Vollständige WCAG-Konformität (professionelles Audit + Umsetzung + Testing) liegt typischerweise bei €2.000-15.000 je nach Komplexität des Shops. Aber: Dieser 24h-Plan schließt 90%+ des Risikos für unter €345. Die restlichen 10% können Sie in den folgenden Wochen und Monaten systematisch angehen.

Muss ich einen professionellen WCAG-Audit machen lassen?

Nicht sofort. Für die Notfall-Compliance reicht eine Selbstbewertung mit den genannten Tools (Lighthouse, WAVE, AutoAlt.ai Scanner). Ein professioneller Audit (ab €500 für kleine Shops) ist aber empfehlenswert als nächster Schritt in Woche 4, um versteckte Probleme zu finden die automatisierte Tools übersehen.

Gilt dieser Guide auch für österreichische Online-Shops?

Ja. Die technischen Maßnahmen (Alt-Texte, Kontraste, Tastatur, Formulare, Erklärung) sind in allen Ländern identisch – der Standard ist überall WCAG 2.1 Level AA. Der Unterschied: In Österreich gilt das BaFG mit Bußgeldern bis €80.000 (gestaffelt nach Unternehmensgröße) und zusätzlich das BGStG, das auch Kleinstunternehmen über Schlichtungsverfahren erfasst. Details: Alt-Text Pflicht Österreich.

Ich bin Schweizer Unternehmen – muss ich jetzt schon handeln?

Wenn Sie an Kunden in der EU verkaufen: ja, sofort – der EAA gilt für Sie über das jeweilige EU-Land (z.B. BFSG in Deutschland). Nur Schweizer Markt: Die BehiG-Revision kommt voraussichtlich am 01.01.2027. Trotzdem lohnt es sich jetzt zu handeln – Alt-Texte verbessern Ihre SEO und kosten mit AutoAlt.ai fast nichts. Details: Alt-Text Pflicht Schweiz.

Gilt die Kleinunternehmer-Ausnahme für meinen Shop?

Unter 10 Mitarbeiter UND unter €2 Mio. Umsatz? Dann sind Sie vom BFSG (DE) und BaFG (AT) bei Dienstleistungen ausgenommen. ABER: In Deutschland können Sie trotzdem per UWG abgemahnt werden (die Ausnahme schützt nur vor dem BFSG selbst). In Österreich greift zusätzlich das BGStG, das keine Größenausnahme kennt. Empfehlung: Setzen Sie diesen 24h-Plan trotzdem um – Alt-Texte kosten €45 und eliminieren das größte Risiko.

Gibt es eine Übergangsfrist für bestehende Shops?

Für bestehende Dienstleistungsverträge, die vor dem 28.06.2025 geschlossen wurden, gilt eine Übergangsfrist bis maximal 27.06.2030. Wichtig: Das betrifft nur die Verträge, nicht die Website selbst. Ihre Website muss seit dem 28.06.2025 konform sein – unabhängig davon, wie alt Ihre Kundenbeziehungen sind. Neue Kunden, neue Produkte = keine Übergangsfrist.

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