Wenn klar ist, was Alt-Text ist, kommt die eigentliche Arbeit: ihn gut zu formulieren. Die gute Nachricht — das folgt ein paar klaren Prinzipien, die Sie in Minuten verinnerlichen. Diese Anleitung ist Teil unseres Alt-Text-&-SEO-Guides und zeigt Schritt für Schritt, wie aus einem Bild ein treffender Alt-Text wird.
Die Kurzfassung
Guter Alt-Text beschreibt Inhalt und Funktion des Bildes in natürlicher Sprache, das Wichtigste zuerst, in der Regel unter 125 Zeichen. Kein „Bild von“, kein Keyword-Stuffing, und rein dekorative Bilder bekommen ein leeres alt="". Der Test zum Schluss: Würde jemand, der das Bild nicht sieht, durch diesen Satz nichts Wichtiges verpassen?
1. Das Grundprinzip: die Leitfrage
Bevor Sie an Regeln denken, hilft eine einzige Frage, die fast jeden Alt-Text richtig macht:
„Wenn ich dieses Bild nicht zeigen könnte — welchen Text würde ich an seine Stelle setzen, damit nichts Wichtiges verloren geht?“
Diese Frage zwingt Sie, über den Zweck des Bildes nachzudenken statt nur über sein Aussehen. Ein Produktfoto soll das Produkt verkaufen → beschreiben Sie das Produkt. Ein Foto in einem Ratgeber soll eine Handlung zeigen → beschreiben Sie die Handlung. Ein dekoratives Muster trägt nichts bei → es braucht keine Beschreibung. Aus dem Zweck ergibt sich der Text fast von selbst.
Der 3-Fragen-Schnelltest
Prüfen Sie jeden fertigen Alt-Text mit drei Fragen: (1) Würde jemand, der das Bild nicht sieht, durch diesen Satz nichts Wichtiges verpassen? (2) Steht das Wesentliche am Anfang? (3) Würde ich den Satz so vorlesen, ohne dass es seltsam klingt? Dreimal Ja — fertig.
2. Schritt 1: Welche Art von Bild ist es?
Der wichtigste Schritt kommt vor dem ersten Wort: Ordnen Sie das Bild einer von vier Kategorien zu. Diese Logik stammt aus den offiziellen W3C-Empfehlungen und beantwortet die meisten Zweifelsfälle automatisch.
- Informativ — das Bild vermittelt Information (Produktfoto, Foto im Artikel, Diagramm). → Beschreibenden Alt-Text schreiben.
- Funktional — das Bild ist ein Link oder Button (Lupe = Suche, Logo, das zur Startseite führt). → Die Aktion bzw. das Ziel beschreiben, nicht das Aussehen:
alt="Suche". - Dekorativ — das Bild trägt nichts zur Information bei (Trennlinie, Hintergrund, Ornament). → Leeres
alt="". - Komplex — das Bild enthält viele Daten (Infografik, ausführliches Diagramm). → Kurze Kernaussage im Alt-Text, Details daneben im Text/Tabelle.
Schon diese Einordnung verhindert die häufigsten Fehler — etwa dekorative Bilder zu beschreiben oder funktionale Bilder bloß optisch zu erfassen.
Die Einordnung an einem Beispiel
Stellen Sie sich eine Seite mit vier Bildern vor — so würde die Einordnung aussehen:
- Produktfoto der Stiefelette → informativ →
alt="Rote Lederstiefelette mit Blockabsatz, Seitenansicht" - Lupen-Icon in der Suchleiste → funktional →
alt="Suche" - Geschwungene Trennlinie zwischen Absätzen → dekorativ →
alt="" - Infografik zu Materialeigenschaften → komplex → kurzer Alt-Text + Details als Text/Tabelle
Vier Bilder, vier unterschiedliche Behandlungen — alle ergeben sich automatisch aus der Kategorie. Wenn Sie unsicher sind, beginnen Sie also nie mit dem Schreiben, sondern mit der Einordnung.
3. Schritt 2: Die Regeln für beschreibende Alt-Texte
Für informative Bilder — die Mehrzahl im Web — gelten diese Regeln:
Beschreiben Sie Inhalt und Funktion, nicht das Format
Was ist zu sehen, und warum steht es hier? „AVIF-Datei eines Schuhs“ ist wertlos. „Rote Lederstiefelette, Seitenansicht“ trifft den Inhalt.
Das Wichtigste zuerst
Screenreader-Nutzer hören den Anfang zuerst und brechen oft ab; abgeschnittene Texte behalten ebenfalls nur den Anfang. Stellen Sie das zentrale Detail nach vorn: „Rote Stiefelette …“ statt „Seitenansicht eines Schuhs in der Farbe Rot …“.
Kurz halten — in der Regel unter 125 Zeichen
Das ist lang genug für eine präzise Beschreibung und kurz genug, dass gängige Screenreader nicht abschneiden. Reicht der Platz nicht, ist das ein Zeichen, dass Details woanders hingehören (siehe komplexe Bilder).
Kein „Bild von“ oder „Foto von“
Screenreader kündigen bereits an, dass es sich um ein Bild handelt. „Bild von einer roten Stiefelette“ verschwendet die ersten, wichtigsten Worte.
Natürliche Sprache — ein Keyword, wenn es passt
Bauen Sie Ihr Hauptkeyword höchstens einmal natürlich ein. Eine Keyword-Kette („schuh stiefel rot kaufen günstig“) ist für Google ein Spam-Signal und für Screenreader eine Qual.
Kontext entscheidet
Dasselbe Bild kann je nach Seite anderen Alt-Text verdienen — dazu gleich mehr.
Gut: alt="Frau bindet auf einem Holzsteg ihren blauen Laufschuh"
Schlecht: alt="Foto von einem Schuh, laufschuh, sport, blau, kaufen"
Schreibstil & Ton
Alt-Text ist sachliche Beschreibung, keine Werbung. Verzichten Sie auf Superlative und Marketing-Floskeln („wunderschöne, hochwertige Premium-Stiefelette“) und bleiben Sie konkret und neutral. Der beste Alt-Text klingt fast langweilig — genau das wollen Screenreader-Nutzer und Suchmaschinen. Schreiben Sie in der Sprache der Seite (deutscher Alt-Text auf der deutschen Seite) und vermeiden Sie Abkürzungen, die vorgelesen seltsam klingen.
Gut: alt="Eiche-Esstisch, rechteckig, mit vier Stühlen"
Schlecht: alt="Traumhaft schöner Designer-Esstisch zum Bestpreis" — Werbesprache statt Beschreibung.
4. Länge & Detailtiefe richtig dosieren
„Unter 125 Zeichen“ ist eine Faustregel, kein starres Limit. Das Prinzip dahinter: so viel wie nötig, so wenig wie möglich.
- Einfaches Bild (Produktfoto, Porträt): ein präziser Satz.
- Bild mit Text (Banner, Grafik mit Aussage): den wichtigen Text mit aufnehmen —
alt="Gutschein: 15 % mit Code FRISCH15". - Komplexe Grafik (Diagramm): kurze Kernaussage im Alt-Text, vollständige Daten im Fließtext oder — besser — in einer echten HTML-Tabelle.
Warum die Tabelle besser ist: Text, der in einer Bilddatei „eingesperrt“ ist, kann weder von Screenreadern gelesen noch von Google indexiert werden. Eine Tabelle daneben löst beides zugleich.
5. Wie der Kontext den Alt-Text verändert
Ein und dasselbe Foto kann auf verschiedenen Seiten unterschiedlichen Alt-Text verdienen — weil der Zweck ein anderer ist. Beispiel: ein Foto einer Läuferin, die ihren Schuh bindet.
Auf der Produktseite des Schuhs (es geht ums Produkt): alt="Blauer Laufschuh mit weißer Sohle, am Fuß getragen"
Im Ratgeber „Richtig aufwärmen“ (es geht um die Handlung): alt="Läuferin schnürt vor dem Lauf ihren Schuh"
Beide sind korrekt — sie betonen nur den jeweils relevanten Aspekt. Fragen Sie sich daher immer: Worum geht es auf dieser Seite?
6. Vorher/Nachher: Alt-Texte verbessern
Am schnellsten lernt man am konkreten Fall. Vier typische schwache Alt-Texte — und wie man sie repariert:
Vorher: alt="IMG_2231.jpg" → Nachher: alt="Weiße Keramikvase mit blauem Muster, 25 cm hoch"
Vorher: alt="Produkt" → Nachher: alt="Edelstahl-Wasserkocher, 1,7 l, mit Temperaturanzeige"
Vorher: alt="kaufen schuhe günstig damen sneaker weiß" → Nachher: alt="Weißer Damen-Sneaker aus Leder, Seitenansicht"
Vorher: alt="Bild von unserem Diagramm zu den Verkaufszahlen 2025 im Detail" → Nachher: alt="Diagramm: Umsatz 2025 steigt von Q1 bis Q4 um 30 %" (Details als Tabelle daneben)
Das Muster ist immer dasselbe: vom Dateinamen oder der Stichwortliste hin zu einem konkreten, natürlichen Satz mit dem Wichtigsten zuerst.
7. Spezialfälle
Produktbilder
Nennen Sie Produktart und die unterscheidenden Merkmale, nach denen Kunden suchen: Farbe, Material, Variante, Perspektive. Reihenfolge: das Kaufentscheidende zuerst. „Lederstiefelette, rot, Blockabsatz, Seitenansicht“ ist robuster als „Seitenansicht eines roten Schuhs“. Jede Variante und jede Galerie-Ansicht bekommt einen eigenen Text. Mehr dazu im Leitfaden Alt-Text für E-Commerce.
Logos
Benennen Sie die Identität, statt das Aussehen zu beschreiben: alt="AutoAlt.ai Logo". Ein verlinktes Logo (z. B. zur Startseite) bleibt funktional — der Alt-Text nennt weiterhin die Marke, nicht „Startseite“.
Icons & buttons
Beschreiben Sie die Aktion, nicht die Form: alt="Warenkorb", alt="Suche", alt="Menü". Hat ein Icon daneben sichtbaren Text mit gleicher Bedeutung, kann das Icon dekorativ (alt="") sein, um Doppelungen zu vermeiden.
Diagramme & Infografiken
Kurze Kernaussage als Alt-Text, Details daneben: alt="Balkendiagramm: organischer Traffic +40 % nach Einführung von Alt-Texten" — die einzelnen Werte dann im Text oder einer Tabelle.
Bilder mit eingebettetem Text
Enthält ein Bild wichtigen Text, muss dieser in den Alt-Text. Besser noch: wichtigen Text gar nicht als Bild rendern, sondern als echten HTML-Text.
Verlinkte Bilder
Ist ein Bild gleichzeitig ein Link und gibt es keinen begleitenden Linktext, muss der Alt-Text das Ziel der Funktion beschreiben — nicht nur das Motiv. Ein Produktbild, das zur Produktseite führt, beschreibt das Produkt (das ist zugleich das Ziel). Ein Pfeil-Icon, das zur nächsten Seite führt, bekommt alt="Nächste Seite", nicht alt="Pfeil".
Dekorative Bilder
Leeres alt="". Keine Beschreibung, kein Leerzeichen zwischen den Anführungszeichen, und das Attribut keinesfalls weglassen.
Abstrakte oder unklare Bilder
Manche Bilder zeigen nichts Konkretes — ein abstraktes Muster, eine Stimmungsaufnahme, ein Farbverlauf. Fragen Sie auch hier nach dem Zweck: Trägt das Bild Bedeutung für die Seite (etwa als symbolische Illustration eines Themas), beschreiben Sie diese Bedeutung knapp. Ist es reine Optik, ist es dekorativ → alt="". Im Zweifel gilt: Beschreiben Sie, was ein sehender Nutzer als Aussage des Bildes verstehen würde, nicht jede visuelle Einzelheit.
8. Häufige Zweifelsfälle
- Mehrere fast gleiche Bilder (Galerie): jede Ansicht beschreibt ihren Unterschied — „Detail der Sohle“, „von hinten getragen“ — statt überall denselben Text.
- Screenshot: beschreiben Sie, was der Screenshot zeigt („Dashboard mit Umsatzkurve und Filterleiste“), nicht das Wort „Screenshot“.
- Dekorativ, aber stimmungstragend (z. B. ein Hero-Foto): trägt es Bedeutung für die Seite, kurz beschreiben; ist es reines Füllmaterial,
alt="". - Bild neben gleichlautendem Text: wenn die Bildunterschrift bereits alles sagt, kann der Alt-Text knapper sein oder das Bild dekorativ behandelt werden — Doppelungen vermeiden.
- Emoji oder Symbol als Bild: beschreiben Sie die Bedeutung, nicht das Zeichen.
9. Ein wiederholbarer Workflow
Bei vielen Bildern brauchen Sie keinen Geistesblitz pro Bild, sondern einen Ablauf, den auch ein Team gleich umsetzt:
- Einordnen: informativ, funktional, dekorativ oder komplex?
- Zweck klären: Worum geht es auf dieser Seite?
- Beschreiben: ein natürlicher Satz, Wichtigstes zuerst, unter ~125 Zeichen.
- Prüfen: die drei Fragen — Nichts Wichtiges verpasst? Kern am Anfang? Klingt es vorgelesen natürlich?
- Konsistent halten: Namens- und Stilkonvention im Team, damit Qualität nicht auseinanderdriftet.
Ab ein paar hundert Bildern ist Handarbeit nicht mehr realistisch. KI-Generatoren wenden genau diese Regeln automatisch an und erzeugen beschreibende Alt-Texte im Stapel — den Prüfschritt behalten Sie für die wichtigsten Bilder. Wie das funktioniert, zeigt KI-Bildbeschreibung.
Ein letzter Tipp für Teams: Legen Sie zwei, drei Musterbeispiele für typische Bildtypen Ihres Shops fest und dokumentieren Sie sie. So schreiben alle Beteiligten im selben Stil, und neue Mitarbeitende sind in Minuten eingearbeitet — das hält die Qualität über den gesamten Katalog konstant.
10. Häufige Fehler beim Schreiben
-
- Keyword-Stuffing — aneinandergereihte Suchbegriffe statt eines Satzes.
- Dateiname als Alt-Text —
alt="IMG_4821"hilft niemandem. - Identischer Text auf vielen Bildern — gibt Google keinen Grund, eines zu ranken.
- Dekoratives beschreiben oder umgekehrt Informatives auf
alt=""setzen. - Roman schreiben — alles über ein, zwei Sätze gehört in Bildunterschrift oder Fließtext.
- Format/Auflösung nennen — „PNG, 1200×800“ interessiert niemanden.
Viele Beispiele für gelungene Alt-Texte nach Bildtyp und Branche sammelt der Leitfaden Alt-Text Beispiele.
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11. Häufige Fragen
Wie schreibe ich einen guten Alt-Text?
Beschreiben Sie Inhalt und Funktion in natürlicher Sprache, das Wichtigste zuerst, in der Regel unter 125 Zeichen. Kein „Bild von“, kein Keyword-Stuffing, dekorative Bilder bekommen alt="". Test: Würde jemand, der das Bild nicht sieht, durch den Satz nichts Wichtiges verpassen?
Wie lang sollte ein Alt-Text sein?
Als Faustregel unter etwa 125 Zeichen. Bei komplexen Grafiken eine kurze Kernaussage in den Alt-Text und die Details in benachbarten Text oder eine Tabelle.
Soll das Keyword in den Alt-Text?
Nur wenn es natürlich passt, und dann genau einmal. Zuerst beschreibend schreiben; fügt sich das Hauptkeyword organisch ein, nehmen Sie es auf. In jeden Alt-Text gezwungen wird daraus Stuffing.
Wie schreibe ich Alt-Text für ein Produktbild?
Produktart plus unterscheidende Merkmale, nach denen gesucht wird: Farbe, Material, Variante, Perspektive — z. B. „Rote Lederstiefelette mit Blockabsatz, Seitenansicht“. Jede Variante und Ansicht bekommt einen eigenen Text.
Was schreibe ich bei dekorativen Bildern?
Nichts — ein leeres alt="", damit Screenreader sie überspringen. Eine Beschreibung erzeugt nur unnötigen Lärm. Das Attribut aber nicht ganz weglassen.
Wie schreibe ich Alt-Text für ein Logo?
Die Identität benennen statt das Aussehen beschreiben: alt="AutoAlt.ai Logo". Ein verlinktes Logo bleibt funktional — der Alt-Text nennt weiterhin die Marke.
Nächster Schritt: Sehen Sie sich konkrete Vorlagen nach Bildtyp und Branche an unter Alt-Text Beispiele — oder zurück zum Überblick im Alt-Text-&-SEO-Guide.